Was gerade passiert.

Hier teilen wir Updates aus unseren laufenden Projekten – neue Rettungen, anstehende Mahnwachen, politische Entwicklungen, Erfolge.

Rettung aus dem Tierheim Ermenek

Die Geschichte hinter der Ermenek-Rettung

In Ermenek, Türkei, wurden mehrere Hunde aus der Obhut einer engagierten Tierschützerin gewaltsam entfernt. Die Frau, der die Hunde gehörten, wurde nach einem gewaltsamen Polizeieinsatz in ihrer Wohnung durch Behörden festgenommen und ohne rechtliche Grundlage in eine psychiatrische Klinik eingeliefert. Dort wurde sie mit starken Psychopharmaka behandelt, die bei ihr schwere Nebenwirkungen bis hin zu psychotischen Zuständen ausgelöst haben.

Insgesamt hatte sie 16 Hunde. Einige konnten durch das schnelle Eingreifen von Freund:innen in Sicherheit gebracht werden. Doch sechs ihrer Hunde wurden zwangsweise in das städtische Tierheim verbracht – ursprünglich waren es neun, doch drei der Hunde gelten bis heute als verschwunden. Man behauptete, sie seien entlaufen. Aus Erfahrung wissen wir jedoch, dass dies häufig eine Ausrede ist: Wenn Hunde im Tierheim sterben, werden sie stillschweigend entsorgt und ihr Verbleib vertuscht.

Mit enormem Einsatz und großem logistischen Aufwand ist es uns gelungen, die sechs noch lebenden Hunde zu befreien. Sie wurden tierärztlich versorgt und auf unser Schutzareal überführt, wo sie in Sicherheit leben konnten. Vier von ihnen haben wir inzwischen über unseren Verein in liebevolle Familien vermittelt. Die anderen zwei leben weiterhin bei uns auf dem Schutzareal – ihnen geht es sehr gut.

Zurzeit betreuen wir auf unserem Areal in der Türkei rund 1.500 gerettete Hunde. Ihre Versorgung ist eine tägliche Herausforderung. Wir benötigen dringend Unterstützung, um:

  • wetterfeste Schutzhütten zu errichten und weitere sichere Bereiche und Zäune auf dem Areal zu schaffen,
  • einen eigenen Brunnen bohren und bauen zu lassen, damit wir bei der Wasserversorgung nicht länger von den Behörden abhängig sind,
  • ausreichend Futter für alle Hunde bereitzustellen,
  • und weiterhin Tierarztkosten decken zu können.

Jeder dieser Hunde hat ein schweres Schicksal hinter sich – Gewalt, Hunger, Vernachlässigung. Sie verdienen einen Ort der Sicherheit und des Respekts. Unsere Aufgabe ist es, ihnen genau das zu geben – Tag für Tag.

Wir danken für Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Mitgefühl.

Rettung aus dem Tierheim Tokat

Die Geschichte hinter der Tokat-Rettung

Im Rahmen einer Rettungsaktion am 29. und 30. Juni 2026 haben wir über 100 Tiere aus dem städtischen Tierheim Tokat gerettet.

Nach den Erfahrungen unserer Ansprechpartner vor Ort bestand für die Tiere akute Lebensgefahr. Mehrfach war zuvor berichtet worden, dass Tiere, deren Abholung angekündigt wurde, kurz vor der geplanten Rettung nicht mehr auffindbar waren. Unsere Helfer vor Ort gingen davon aus, dass diese Tiere getötet worden waren.

Deshalb musste diesmal besonders schnell und vorsichtig gehandelt werden. Eine mutige Mitarbeiterin vor Ort half uns dabei, die Tiere noch in der Nacht aus dem Tierheim zu holen. Sie wurden zunächst bei einem Tierarzt beziehungsweise in einer sicheren Pension untergebracht, damit sie bis zum Transport geschützt waren und nicht mehr getötet werden konnten.

Am folgenden Tag wurden die Tiere abgeholt und in die tierärztliche Versorgung gebracht. Ihr Zustand war teilweise sehr kritisch. Viele waren stark geschwächt, unterernährt, krank oder verletzt. Sie benötigten Untersuchungen, Bluttests, Medikamente, Antibiotika, Infusionen und eine intensive medizinische Betreuung.

Die meisten der geretteten Tiere befinden sich weiterhin in tierärztlicher Behandlung, einige leben inzwischen bereits sicher auf unserem Schutzareal.

Das Vorgehen der Behörden folgt einem immer gleichen Muster: Die Tiere werden eingesammelt und in die staatlichen Tierheime gebracht. Dort ist erwiesen, dass sie oft weder Futter noch Wasser bekommen. Selbst gesunde Tiere brechen so innerhalb von zwei bis vier Tagen zusammen. Sie werden nicht kastriert, sich selbst überlassen – und am Ende häufig auf brutalste Weise getötet.

Nur durch eine Mitarbeiterin vor Ort, die die Tiere heimlich aus dem Tierheim holt und über Nacht in Sicherheit bringt, konnten wir hier eingreifen. Wir werden das so lange fortsetzen, wie es uns möglich ist.

Was in Tokat geschah, ist kein Einzelfall. Alle Tierheime in der Türkei durchlaufen diese Grausamkeit – und alles deutet darauf hin, dass die türkische Regierung und die Kommunen die systematische Auslöschung der Straßentiere in Kauf nehmen, wenn nicht sogar beabsichtigen.

Sie leben. Sie sind in Sicherheit. Wir haben sie noch in der Nacht aus dem Tierheim Tokat geholt und zunächst an einen sicheren Ort gebracht. Diese Rettung zeigt, was möglich ist, wenn Menschen nicht wegsehen und gemeinsam handeln.

Amina Meriç